Kevin McKell, Chief Sales Officer bei Vetaphone A/S,

Ist die Zeit gekommen, die Flammenvorbehandlung durch Corona zu ersetzen?

Ist die Zeit gekommen, die Flammenvorbehandlung durch Corona zu ersetzen?
Nach Angaben von Vetaphone bietet die aktuelle Corona-Technologie eine energieeffiziente und emissionsärmere Alternative zur Flammen-Oberflächenbehandlung (Quelle: Vetaphone)

Kevin McKell, Chief Sales Officer des dänischen Corona-Anlagenherstellers Vetaphone A/S, analysiert aktuelle Entwicklungen in der Oberflächenvorbehandlung vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, verschärfter Klimaziele und veränderter Anforderungen im Verpackungsdruck.

Der Hintergrund

In der Verpackungsproduktion zeichnet sich ein klarer Trend ab: Zunehmend ersetzen Unternehmen die klassische Flammenvorbehandlung durch Corona-Vorbehandlung auf unterschiedlichen Substraten – insbesondere in den Bereichen Papier und Karton. Während die Flammenbehandlung über Jahrzehnte als Standard galt, haben sich die Rahmenbedingungen in jüngster Zeit deutlich verändert. Ein wesentlicher Treiber ist der starke Anstieg der Gaspreise in vielen Industrieländern.

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Hinzu kommt, dass die Corona-Technologie keineswegs neu ist. Sie wurde bereits Anfang der 1950er-Jahre von Vetaphone entwickelt und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Während die Flammenvorbehandlung lange als robuste „Allzwecklösung“ für anspruchsvolle Oberflächen galt, wurde Corona traditionell eher als präzise Methode für empfindlichere Materialien eingesetzt. Diese Zuordnung ist heute jedoch nur noch bedingt gültig.

Veränderte Produktionsbedingungen bei Papier und Karton – etwa geringere Faserfreisetzung sowie reduzierte Oberflächenkontaminationen durch Staub oder Öl – haben die Einsatzmöglichkeiten der Corona-Vorbehandlung deutlich erweitert. Gleichzeitig hat sich die Leistungsfähigkeit moderner Corona-Systeme erheblich verbessert, sodass sie heute auch bei anspruchsvollen Anwendungen eine technisch und wirtschaftlich relevante Alternative darstellen.

Energiepreise und Klimaziele treiben den Technologiewechsel

Unabhängig vom eingesetzten Verfahren ist das Ziel identisch: Die Oberflächenenergie des Substrats wird so verändert, dass Druckfarben, Lacke oder Klebstoffe zuverlässig haften. Dazu werden molekulare Bindungen an der Oberfläche aufgebrochen, sodass Sauerstoff angelagert werden kann. Das Ergebnis ist eine verbesserte Benetzung des Substrats– Voraussetzung für stabile Druck- und Kaschierprozesse.

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch im Energieeinsatz und in den daraus resultierenden Emissionen. Die Flammenvorbehandlung ist gasbasiert und damit direkt an fossile Energieträger gekoppelt. Entsprechend hoch sind Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und zunehmender regulatorischer Anforderungen an die Emissionsreduktion gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung.

Weltweit liegen die durchschnittlichen CO₂-Emissionen aktuell bei rund 6,6 Tonnen pro Kopf, in Industrieländern teilweise deutlich darüber. Wärmeprozesse, Industrie und Transport zählen zu den Hauptverursachern. Vor diesem Hintergrund rücken energieeffizientere, elektrisch betriebene Verfahren verstärkt in den Fokus der Investitionsentscheidungen.

Warum Corona-Technologie wirtschaftlich und ökologisch überzeugt

Der Umstieg auf emissionsärmere Technologien ist nicht nur eine ökologische, sondern zunehmend auch eine ökonomische Frage. Elektrisch betriebene Corona-Systeme reduzieren den direkten Energieverbrauch und ermöglichen gleichzeitig eine bessere Planbarkeit der Betriebskosten. Zudem lassen sich geringere CO₂-Emissionen im Rahmen bestehender Emissionshandelssysteme wirtschaftlich berücksichtigen.

Programme wie das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) setzen verbindliche Emissionsobergrenzen und schaffen Marktmechanismen für den Handel mit Emissionsrechten. Unternehmen, die ihre Emissionen senken, können daraus finanzielle Vorteile ziehen – ein Aspekt, der insbesondere für energieintensive Produktionsprozesse relevant ist.

Mit über 70 Jahren Markterfahrung gilt die Corona-Vorbehandlung heute als etabliertes Standardverfahren für nicht saugende Substrate in der Verpackungsindustrie. Laufende Forschung und Weiterentwicklung stellen sicher, dass die Technologie auch den Anforderungen neuer Materialien und moderner Druck- und Converting-Prozesse gerecht wird. Als Entwickler der Corona-Technologie verfügt Vetaphone über fundiertes Prozess- und Anwendungswissen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Ist die Zeit gekommen, die Flammenvorbehandlung durch Corona zu ersetzen?
Kevin McKell verantwortet als Chief Sales Officer (CSO) den weltweiten Vertrieb bei Vetaphone
(Quelle: Vetaphone)