Von der europäischen Initiative zur globalen Leitorganisation

Global Rotogravure Association – 70 Jahre im Dienst des Tiefdrucks

Global Rotogravure Association – 70 Jahre im Dienst des Tiefdrucks
70 Jahre Innovationskraft im Tiefdruck: Die Global Rotogravure Association feiert 2026 ihr Jubiläum mit den International Gravure Days in München – einer Rückkehr zu ihren Wurzeln und einem starken Signal für die Zukunft der Branche (Quelle: GRA)(Photo Credit: Michael Fleischmann)

Wenn die Global Rotogravure Association (GRA) im Jahr 2026 ihr 70-jähriges Bestehen feiert, dann markiert dieses Jubiläum weit mehr als eine stolze Zahl. Es steht für sieben Jahrzehnte technologischer Entwicklung, internationaler Vernetzung und strategischer Interessenvertretung eines Druckverfahrens, das wie kaum ein anderes industrielle Präzision mit ästhetischer Brillanz verbindet.

Gegründet wurde der Verband 1956 als European Rotogravure Association (ERA). In einer Phase des wirtschaftlichen Aufbruchs nach dem Zweiten Weltkrieg verstand sich die ERA als Plattform für Austausch, Standardisierung und Qualitätssicherung im europäischen Tiefdruck. Damals dominierte noch der Illustrations- und Publikationsdruck das Bild. Doch bereits in den frühen Jahren zeigte sich die strategische Weitsicht der Verantwortlichen: Sie erkannten, dass nur ein enger Schulterschluss von Druckereien, Maschinenherstellern und Zulieferern die technologische Weiterentwicklung sichern würde.

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Mit dem Wandel der Märkte in den 1960er- und 1970er-Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend in Richtung Verpackungsdruck. Der Tiefdruck entwickelte sich zum industriellen Hochleistungsverfahren für große Auflagen und anspruchsvolle Verpackungsreproduktion. Die ERA begleitete diese Transformation mit technischen Leitlinien, Marktanalysen und intensiver Netzwerkarbeit. Als sich die Branche globalisierte, folgte auch der Verband dieser Dynamik und öffnete sich konsequent international. Aus der europäischen Organisation wurde die Global Rotogravure Association – eine weltweite Stimme des Tiefdrucks.

Besonders prägend war das Engagement der GRA in regulatorischen und ökologischen Fragen. In Zeiten verschärfter Umweltauflagen setzte der Verband Impulse für nachhaltigere Produktionsprozesse. Damit trug sie entscheidend dazu bei, den Tiefdruck nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch zukunftsfähig zu positionieren.

International Gravure Days 2026 – Rückkehr zu den Wurzeln

Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres sind die International Gravure Days 2026, die vom 7. bis 9. Oktober in München stattfinden – am Sitz der GRA und damit symbolisch eine Rückkehr zu den Wurzeln. Im Marriott Munich City West wird sich die internationale Tiefdruck-Community versammeln, um Bilanz zu ziehen und zugleich den Blick nach vorn zu richten.

Die Veranstaltung versteht sich als Plattform für strategischen Dialog in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Themen wie Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, Materialinnovationen und die fortschreitende Digitalisierung der Produktionsprozesse prägen die Diskussionen. Branchenführer, Technologiepartner und Markenvertreter kommen zusammen, um die Rolle des Tiefdrucks in einer zunehmend nachhaltigkeitsorientierten und digitalisierteren Verpackungswelt neu zu definieren.

Siebzig Jahre nach ihrer Gründung steht die Global Rotogravure Association für Kontinuität und Wandel zugleich. Sie hat den Weg vom europäischen Fachverband zur globalen Leitorganisation konsequent gestaltet und begleitet heute eine Branche, die technologische Exzellenz mit nachhaltiger Verantwortung verbindet. Der Tiefdruck verfügt über eine starke Tradition – und mit der GRA über eine Institution, die seine Zukunft aktiv formt.