Henkel baut sein Geschäft mit Beschichtungen weiter aus
Henkel vereinbart Übernahme des Beschichtungsspezialisten Stahl für 2,1 Milliarden Euro
von Ansgar Wessendorf,
Im Verpackungssegment liegt ein Fokus von Stahl auf Hochleistungsbeschichtungen für Papierverpackungen und grafische Anwendungen
(Quelle: Henkel)
Der Konsumgüter- und Industriekonzern Henkel hat eine Vereinbarung zur Übernahme der niederländischen Stahl-Gruppe („Stahl“) getroffen. Der Kaufpreis beläuft sich auf 2,1 Milliarden Euro. Stahl befindet sich derzeit mehrheitlich im Besitz der französischen Private-Equity-Gesellschaft Wendel SE. Mit der Akquisition stärkt Henkel seinen Unternehmensbereich Adhesive Technologies und erweitert sein Geschäft um den Bereich der Hochleistungs-Spezialbeschichtungen.
Stahl ist ein global tätiger Anbieter innovativer Beschichtungslösungen für flexible Materialien. Das Unternehmen beliefert weltweit führende Kunden insbesondere aus den Branchen Automobil, Mode & Lifestyle sowie Verpackungen. Im Verpackungssegment liegt ein Fokus auf Hochleistungsbeschichtungen für Papierverpackungen und grafische Anwendungen. Weitere zentrale Produktbereiche sind Lederfinish-Beschichtungen und funktionale Beschichtungen.
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Das Unternehmen beschäftigt rund 1.700 Mitarbeitende und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen bereinigten Umsatz von etwa 725 Millionen Euro. Die Umsätze verteilen sich ausgewogen auf verschiedene Regionen, was Stahl eine breite internationale Marktposition verleiht.
Aus strategischer Sicht ergänzt das Produktportfolio von Stahl das bestehende Angebot von Henkel Adhesive Technologies in hohem Maße. Die Beschichtungslösungen adressieren unterschiedliche Kundensegmente, von denen viele bereits heute zu den Kunden von Henkel zählen. Zudem basiert das Geschäftsmodell von Stahl auf ausgeprägten Forschungs- und Entwicklungskompetenzen, einem hohen Individualisierungsgrad sowie einem wissens- und serviceorientierten Ansatz mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz.
Henkel sieht in der Übernahme eine Möglichkeit, sein Geschäft gezielt in eine angrenzende, wachstumsstarke Kategorie auszubauen. Der Zukauf erweitert sowohl die technologische Basis als auch die Innovationsfähigkeit im Bereich funktionaler Oberflächenlösungen. Ein weiterer strategischer Aspekt ist die Nachhaltigkeitsausrichtung von Stahl: Ein Großteil der Umsätze wird mit umweltgerechten, überwiegend wasserbasierten Beschichtungssystemen erzielt.
Die geplante Akquisition reiht sich in eine Serie von M&A-Aktivitäten von Henkel im Bereich Adhesive Technologies ein. Gemeinsam mit der kürzlich angekündigten beabsichtigten Übernahme von ATP Adhesive Systems erwartet der Konzern nahezu eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz und ein deutlich erhöhtes Wachstumspotenzial für den Unternehmensbereich.
Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen, darunter verpflichtende Konsultationsprozesse, kartell- und aufsichtsrechtliche Genehmigungen sowie weitere marktübliche Abschlussvoraussetzungen.