COtooCLEAN-Technologie

Nextek und Coveris starten Versuchsanlage für lebensmitteltaugliches Folienrecycling

Nextek und Coveris starten Versuchsanlage für lebensmitteltaugliches Folienrecycling
Im Zentrum der Anlage steht die von Nextek entwickelte COtooCLEAN-Technologie, die auf einem überkritischen CO₂-Verfahren basiert. Dieses ermöglicht es, tief in die Polymerstruktur einzudringen und selbst eingebettete Verunreinigungen wie Öle, Gerüche und Rückstände zu entfernen, die mit herkömmlichen mechanischen Verfahren nur unzureichend beseitigt werden könne (Quelle: Coveris)

Ein Jahr nach Projektankündigung haben Nextek und Coveris ihre gemeinsam entwickelte Versuchsanlage für das Recycling flexibler Kunststofffolien im britischen Lincolnshire vollständig in Betrieb genommen. Die Anlage wird von der Alliance to End Plastic Waste (AEPW) unterstützt und ist am ReCover-Standort von Coveris angesiedelt. Sie gilt als wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung des lebensmitteltauglichen Recyclings von Post-Consumer-Folien.

Neue Technologie für anspruchsvolle Recyclingprozesse

Im Zentrum der Anlage steht die von Nextek entwickelte COtooCLEAN-Technologie, die auf einem überkritischen CO₂-Verfahren basiert. Dieses ermöglicht es, tief in die Polymerstruktur einzudringen und selbst eingebettete Verunreinigungen wie Öle, Gerüche und Rückstände zu entfernen, die mit herkömmlichen mechanischen Verfahren nur unzureichend beseitigt werden können.

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Ziel ist es, Polyolefinfolien aus Haushaltsabfällen – insbesondere Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) – so aufzubereiten, dass daraus hochwertige Rezyklate für Anwendungen im Lebensmittelkontakt entstehen können. Damit adressiert das Projekt eine der zentralen Herausforderungen der Verpackungsindustrie.

Meilenstein auf dem Weg zur industriellen Nutzung

Mit der Inbetriebnahme beginnt die industrielle Erprobungsphase der Anlage. In den kommenden zwei Jahren sollen Betriebsdaten im größeren Maßstab gesammelt werden, die sowohl für die technische Validierung als auch für regulatorische Zulassungsverfahren in Europa erforderlich sind.

Die Projektpartner sehen in der Technologie das Potenzial, die Verfügbarkeit lebensmitteltauglicher Rezyklate deutlich zu erhöhen und gleichzeitig die Abhängigkeit von Primärkunststoffen zu reduzieren. Darüber hinaus könnte das Verfahren dazu beitragen, strengere gesetzliche Anforderungen entlang der Verpackungswertschöpfungskette zu erfüllen.

Teil einer umfassenderen Kreislaufstrategie

Die Anlage ist Bestandteil der ReCover-Initiative von Coveris, die darauf abzielt, Kunststoffabfälle im Kreislauf zu halten. In Kombination mit weiteren Technologien, etwa im Bereich De-Inking, soll COtooCLEAN die mechanischen Recyclingprozesse erweitern und neue Anwendungsfelder erschließen.

Auch die AEPW bewertet das Projekt als wichtigen Schritt zur Skalierung innovativer Recyclinglösungen. Durch die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette soll die Marktreife entsprechender Technologien beschleunigt werden.

Die Ergebnisse der Testphase sollen nicht nur die Leistungsfähigkeit der Anlage belegen, sondern auch als Grundlage für eine breitere industrielle Anwendung dienen.