Umsatz und Gewinn unter Vorjahr – Servicegeschäft wirkt stabilisierend

Bobst Group SA verzeichnet 2025 rückläufige Ergebnisse in anspruchsvollem Marktumfeld

Die Bobst Group hat im Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Rückschlag erlitten. Nach mehreren Jahren mit überdurchschnittlicher Nachfrage im Maschinenbau führten Überkapazitäten in den Märkten, geopolitische Spannungen und neue US-Zölle zu einem markanten Rückgang bei Umsatz und Profitabilität. Für 2026 stellt sich der Verpackungsmaschinenhersteller auf ein anhaltend anspruchsvolles Umfeld ein.

Umsatz- und Ergebnisrückgang

Der Konzernumsatz sank 2025 um 14,2 Prozent auf 1,62 Milliarden Franken. Währungsbereinigt betrug das Minus 11,6 Prozent. Hauptursache war der schwächere Geschäftsbereich Printing & Converting, der unter einem tieferen Auftragsbestand zu Jahresbeginn und verhaltener Investitionsbereitschaft der Kunden litt.

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Das Betriebsergebnis (EBIT) halbierte sich nahezu von 141,6 Millionen auf 72,7 Millionen Franken; die EBIT-Marge fiel von 7,5 auf 4,5 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 36,6 Millionen Franken – weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts. Entsprechend sank die Kapitalrendite (ROCE) von 20,6 auf 11,6 Prozent und liegt damit deutlich unter dem strategischen Zielwert von mindestens 20 Prozent.

Printing & Converting

Besonders stark traf es den Bereich Printing & Converting: Das EBIT drehte von plus 39,8 Millionen im Vorjahr auf minus 25,6 Millionen Franken. Neben der schwachen Nachfrage wirkten sich Preisdruck, neu verhandelte Aufträge mit US-Kunden und teilweise selbst getragene US-Zölle belastend aus. Kostensenkungsprogramme konnten den Margenverfall nur teilweise kompensieren.

Stabilisierend wirkte hingegen der Geschäftsbereich Services & Performance. Er steigerte den Umsatz um 2 Prozent auf 683,7 Millionen Franken und erzielte ein EBIT von 100 Millionen Franken – nur leicht unter Vorjahr. Wachstumstreiber waren Retrofits und Serviceleistungen, während das Ersatzteilgeschäft stabil blieb.

Regionen: Breite Abschwächung, flexible Verpackungen als Ausnahme

Der Umsatzrückgang erfasste nahezu alle Regionen und Marktsegmente. Europa blieb grösster Markt, verzeichnete jedoch ebenfalls ein Minus. Amerika und Asien/Ozeanien gaben zweistellig nach. Einzige positive Ausnahme innerhalb der Segmente waren flexible Verpackungen mit leichtem Wachstum.

Die zweite Jahreshälfte fiel deutlich stärker aus als das erste Halbjahr, konnte die Schwäche zu Jahresbeginn jedoch nicht vollständig kompensieren.

Cashflow verbessert

Trotz des Ergebnisrückgangs verbesserte sich der operative Cashflow auf 107,5 Millionen Franken (Vorjahr: 54,9 Millionen). Hauptgrund war der Abbau des Nettoumlaufvermögens, insbesondere geringerer Lagerbestände.

Die Liquiditätsposition stieg um 170 Millionen Franken. Gleichzeitig erhöhte sich die Netto-Verschuldung auf 154 Millionen Franken. Die Eigenkapitalquote sank von 27,9 auf 22,6 Prozent – bedingt durch das niedrigere Ergebnis, Währungseffekte sowie eine im September 2025 begebene Anleihe über 200 Millionen Franken, die im Februar 2026 zur Rückzahlung einer fälligen Anleihe verwendet wurde.

Halbierte Dividende

Angesichts der rückläufigen Finanzkennzahlen schlägt der Verwaltungsrat für 2025 eine Dividende von 2,50 Franken je Aktie vor – halb so viel wie im Vorjahr.

Strategische Antworten: Fokus auf Lösungen, Services und Effizienz

Vor dem Hintergrund einer zunehmend protektionistischen Weltwirtschaft erwartet das Management auch 2026 ein schwieriges Umfeld. Europa dürfte schwach bleiben, die USA gelten als grundsätzlich positiv, aber volatil. Für China wird eine moderate Erholung erwartet, während Indien sowie der Nahe Osten und Nordafrika als dynamisch eingeschätzt werden.

Strategisch setzt Bobst auf:

  • stärkere Integration von Maschinen und Services zu profitablen Gesamtlösungen,
  • Anpassung der Produktionskapazitäten an das erwartete Auftragsvolumen, inklusive selektiver Personalmaßnahmen in der Schweiz, Frankreich und Italien,
  • Ausbau des Servicegeschäfts mit zusätzlichen Investitionen in Außendienst und Kundenunterstützung.

Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem leicht tieferen Umsatz als 2025, das EBIT soll sich etwa auf Vorjahresniveau bewegen.

Umbau in Führung und Organisation

Parallel treibt Bobst die organisatorische Transformation voran. Die Go-to-Market-Organisation sowie die beiden Geschäftsbereiche werden neu strukturiert, um die Ausrichtung auf kundenorientierte, integrierte Lösungen zu beschleunigen.

Im Verwaltungsrat steht ein Wechsel an: Marc Schuler scheidet aus, neu vorgeschlagen wird Eugenio Simioni, langjähriger Nestlé-Manager. Finanzchef Attilio Tissi tritt nach 15 Jahren in verschiedenen Führungsfunktionen zurück und kandidiert für den Verwaltungsrat. Seine Nachfolge als CFO übernimmt per April 2026 Jennifer Puligny, bisher in leitenden Finanzfunktionen innerhalb der Gruppe tätig.

Fazit

Nach Jahren hoher Nachfrage im Maschinenbau erlebt Bobst eine zyklische Normalisierung, verschärft durch geopolitische Risiken und handelspolitische Barrieren. Während das margenstarke Servicegeschäft stabilisierend wirkt, offenbart die Ergebnisentwicklung die hohe Abhängigkeit vom Investitionszyklus der Verpackungsindustrie. Die Herausforderung für 2026 liegt darin, Profitabilität und Kapitalrendite in einem unsicheren, protektionistisch geprägten Umfeld zu stabilisieren.