Jetzt erschienen! Die neue Ausgabe von Flexo+Tief-Druck

Editorial: Nachhaltigkeit – ein Weg voller Tücken

Jetzt erschienen! Die neue Flexo+Tief-Druck 5-2021 (September-Ausgabe)

Aktuell findet ein Paradigmenwechsel in der Verpackungsindustrie statt, der im Wesentlichen auf politische, gesetzliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zurückzuführen ist. Diese beziehen sich auf Recyclingfähigkeit, Materialreduzierung sowie eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, wirken sich aber auch auf die öffentliche Meinung und damit auf das Verbraucherverhalten aus.

Fehlen einheitlicher Regelungen

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Bei der Umsetzung dieser Rahmenbedingungen treten jedoch erhebliche Probleme auf. Denn noch immer gibt es keine einheitlichen internationalen Regelungen, die für das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele zwingend notwendig sind. Zu nennen wäre beispielsweise die Einstufung von Kunststoffen hinsichtlich ihrer Recyclingfähigkeit. In einigen Ländern werden Packstoffe aus PE präferiert, in anderen Ländern ist PP das bevorzugte Polymer. Unterschiedlich ist auch die Anerkennung des Chemischen Recycling als Recyclingtechnologie. In diesem Bereich hinkt Deutschland anderen Ländern wie beispielsweise UK noch immer hinterher. Vor allem für exportorientierte Unternehmen bedeutet die fehlende einheitliche Regelung innerhalb der EU einen enormen Aufwand hinsichtlich der Entwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen.

Themen und Inhalte der neuen Flexo+Tief-Druck 5-2021

Barriereschichten und ihre Probleme

Papier gilt als nachwachsender und biologisch abbaubarer Rohstoff und hinterlässt daher ein ökologisch positives Image. Doch werden dabei originäre Verpackungsaufgaben wie Produktschutz und lange Haltbarkeit oft zu wenig beachtet. Um derartige Schutzeigenschaften zu erreichen, benötigen Papiere den Auftrag einer Barriereschicht. Dies ist jedoch nicht frei von Problemen.

So werden beispielsweise bei der Extrusionsbeschichtung aufgeschmolzene Kunststoffe auf das Papier aufgetragen. Dies führt zwar zu den gewünschten Barriereeigenschaften, allerdings ist solch eine „Papierverpackung“ kaum rezy-klierbar. Ein anderes Beispiel ist das Verfahren der nasschemischen Beschichtung („Barrierelack“). Damit lassen sich sehr geringe Beschichtungsmengen auftragen, was die Rezyklierbarkeit der Papierverpackung spürbar verbessert. Doch eine derart dünne Beschichtung kann aber auch eine geringere Barrierewirkung und damit weniger Produktschutz bedeuten. Zudem ist das Risiko von Defekten in einer Gasbarriere bei nasschemischer Beschichtung sehr hoch.

Der Verwirklichung nachhaltiger Verpackungen stehen daher sowohl von administrativer wie technischer Seite noch einige Tücken im Wege, die es möglichst schnell zu überwinden gilt.

Ihr
Ansgar Wessendorf
Redakteur

wessendorf@ebnermedia.de

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