Industrieverband Papier- und Folienverpackungen (IPV)

Politische Entscheidungen und Umsatzrückgang belasten die Branche spürbar

Politische Entscheidungen und Umsatzrückgang belasten die Branche spürbar
Die Verpackungsbranche zwischen Regulierung und Wirtschaft: Symbolische Darstellung aktueller EU-Vorgaben, Bürokratie und wirtschaftlicher Entwicklungen mit rückläufigen Umsätzen. (Quelle: KI generierte Abbildung)

Bei der Mitgliederversammlung des Industrieverbands Papier- und Folienverpackungen (IPV) in Trier Ende vergangenen Jahres lag der Schwerpunkt auf der wirtschaftlichen Lage der Branche und den aktuellen regulatorischen Herausforderungen.

Besonders die verschärfte Herstellerverantwortung im Rahmen der Einwegkunststoffrichtlinie, die neuen Sorgfaltspflichten der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sowie die anhaltenden Diskussionen rund um die geplante EU-Verpackungsverordnung (PPWR) stellen die Unternehmen vor große Schwierigkeiten. Zahlreiche ungeklärte und strittige Fragen sowie die daraus resultierende Unsicherheit entlang der gesamten Lieferkette erschweren die operative Arbeit und bremsen die Entwicklung der Branche spürbar aus.

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Die Folgen dieser Rahmenbedingungen spiegeln sich deutlich in den aktuellen Marktzahlen wider. Im Jahr 2024 sank die produzierte Menge an Packmitteln auf 17,1 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 2,4 Prozent entspricht. Der Umsatz der Packmittelproduktion verringerte sich um 4,1 Prozent auf 37,1 Milliarden Euro. Der Rückgang zeigte sich dabei über alle Verpackungsmaterialien hinweg in ähnlichem Ausmaß.

IPV-Geschäftsführer Karsten Hunger äußerte sich kritisch zur politischen Ausgestaltung und Umsetzung der regulatorischen Vorgaben: „Es macht den Anschein, als ob Gesetzesvorhaben und Umsetzungen von EU-Verordnungen nicht dem Motto ‚Qualität vor Schnelligkeit‘ folgen. Das zieht schwerwiegende Konsequenzen für die Wirtschaftslage nach sich. Aus unserer Sicht braucht es für neue, sinnvolle und umsetzbare nationale sowie europäische Gesetzesvorgaben vor allem Sorgfalt und Zeit bei der Erstellung. Bei jedem Gesetz sollte eine faktenbasierte Folgenabschätzung im Vorfeld mitgedacht werden.“

Aus Sicht des IPV sei es nicht akzeptabel, dass neue Gesetze regelmäßig vor Gericht landen, überprüft und anschließend häufig nachgebessert werden müssten. Der Verband fordert daher seit Längerem, bei neuen Verordnungen konsequent bestehende Regelungen abzubauen. Die anhaltend hohe Bürokratielast stelle eine erhebliche Wachstumsbremse für die Unternehmen dar.

Stärkere Zusammenarbeit der Verbände

Um den politischen Einfluss zu bündeln und die Zusammenarbeit zu intensivieren, steht der IPV in engem Austausch mit weiteren Fachverbänden der Papier- und Kartonverarbeitung. Anfang 2025 haben sich mehrere Verbände zu einer gemeinsamen Bürogemeinschaft in Frankfurt am Main zusammengeschlossen. Seit dem Sommer arbeitet die neue Zentrale in der Kleinen Hochstraße als gemeinsamer Standort.

Neben dem Industrie­verband Papier- und Folienverpackungen sind dort der Fachverband Faltschachtel-Industrie (FFI), die European Core and Tube Association (ECTA), die Gemeinschaft Papiersackindustrie (GemPSI), die Fachvereinigung Hartpapierwaren und Rundgefäße (FHR) sowie der Arbeitskreis Display vertreten.

„Bei den vielen verbändeübergreifenden Meetings wurde immer wieder deutlich, dass die Verbände der Verpackungsbranche oftmals dieselben oder ähnliche Themen und Herausforderungen bearbeiten müssen. Da lag es nahe, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Und wenn die Verbände ohnehin in Frankfurt ihren Sitz haben – warum dann nicht unter einem Dach? Das gewährleistet eine unkomplizierte Zusammenarbeit und eine rasche Kommunikation“, so Hunger.