Gelber Sack wirkt

Neuer Recyclingrekord bei Kunststoffverpackungen

Gelber Sack wirkt: Neuer Recyclingrekord bei Kunststoffverpackungen
Der Gelbe Sack zeigt Wirkung: Dank konsequenter Mülltrennung in privaten Haushalten wurde 2024 in Deutschland ein neuer Recyclingrekord bei Kunststoffverpackungen erreicht (Quelle: ZSVR, Verpackungsrecycling im Faktencheck - 27. Januar 2026)

In Deutschland werden so viele Kunststoffverpackungen recycelt wie nie zuvor. Im Jahr 2024 lag die Recyclingquote von Kunststoffverpackungen aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne bei knapp 71 Prozent. Das ist ein neuer Höchststand, wie das Umweltbundesamt und die Zentrale Stelle Verpackungsregister am Donnerstag mitteilten.

Seit Einführung der erweiterten Vorgaben im Jahr 2018 ist die Recyclingquote im Konsumbereich damit von 42 auf nahezu 71 Prozent gestiegen. Nach Einschätzung der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. ist dieser Erfolg vor allem dem Engagement der Verbraucherinnen und Verbraucher zu verdanken. „Möglich wird diese Entwicklung nur, weil Millionen privater Haushalte ihren Abfall konsequent trennen und Verpackungen über den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne entsorgen“, sagt Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin Kreislaufwirtschaft der IK.

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Auch die Industrie habe ihren Beitrag geleistet, indem sie zunehmend schwer oder gar nicht recycelbare Verpackungen durch besser verwertbare Alternativen ersetzt habe. Die aktuellen Zahlen belegten, dass das seit Jahrzehnten etablierte System des Verpackungsrecyclings leistungsfähig sei – vorausgesetzt, die getrennte Sammlung funktioniere. Richtig entsorgte Kunststoffverpackungen können Primärrohstoffe ersetzen und den CO₂-Fußabdruck von Verpackungen deutlich senken. „Jeder Joghurtbecher und jede Verpackungsfolie im Gelben Sack erhöht die Chance, dass daraus neue Verpackungen oder andere nützliche Kunststoffprodukte entstehen“, so Schmidt.

Kritisch sieht die IK hingegen den wachsenden Marktanteil sogenannter Verbundverpackungen auf Papierbasis. Diese verfehlten laut aktueller Behördenmeldung erneut die gesetzlichen Recyclingquoten. „Die vermeintlich ökologischen Alternativen bestehen häufig aus untrennbaren Papier-Kunststoff-Verbindungen, die erhebliche Probleme im Recycling verursachen“, erklärt Schmidt. Besonders im To-go-Bereich würden sie verstärkt eingesetzt, da viele Verbraucher sie irrtümlich für umweltfreundlicher hielten.

Als sinnvollere Option verweist die IK auf Mehrwegverpackungen. Seit 2023 sind Anbieter von vor Ort abgefüllten Speisen und Getränken verpflichtet, Mehrwegalternativen anzubieten. In Bäckereien und Schnellrestaurants kommen dabei häufig robuste Kunststoffbecher und -schalen mit Deckel zum Einsatz, die zurückgenommen, gereinigt und vielfach wiederverwendet werden.

Ob Einweg oder Mehrweg: Kunststoffverpackungen seien besser als ihr Ruf, betont Schmidt. Sie ließen sich in ein ressourcenschonendes Konsumverhalten integrieren, wenn sie richtig genutzt und entsorgt würden. „Der Mythos, Kunststoffverpackungen würden nicht recycelt, gehört in die Mottenkiste – nicht zuletzt dank der hohen Bereitschaft der Verbraucherinnen und Verbraucher zur Mülltrennung.“