Sun Chemical erweitert Portfolio nitrocellulosefreier Druckfarben für flexible Verpackungen
von Ansgar Wessendorf,
Sun Chemical erweitert sein Portfolio an nitrocellulosefreien Druckfarben für flexible Verpackungen und reagiert damit auf steigende Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Versorgungssicherheit und regulatorische Konformitä
(Quelle: Sun Chemical)
Sun Chemical hat sein Portfolio an Farben ohne Nitrocellulose (NC) für den Einsatz in flexiblen Verpackungen ausgebaut. Mit der Erweiterung reagiert das Unternehmen auf veränderte Marktbedingungen, strengere regulatorische Anforderungen sowie zunehmende Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Nachhaltigkeit in der Verpackungsindustrie.
Nitrocellulose wird seit Jahrzehnten in lösemittelbasierten Druckfarben und Lacken eingesetzt, steht jedoch zunehmend unter Druck. Gründe dafür sind unter anderem Lieferengpässe, steigende Kosten und ökologische Bedenken. Zudem kann NC aufgrund ihrer thermischen Instabilität bei Recyclingprozessen zu Geruchsbildung, Verfärbungen und Verunreinigungen führen, was die Qualität des Rezyklats beeinträchtigt und dessen Wiederverwendung erschwert.
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Nach Angaben von Sun Chemical sind die neu angebotenen NC-Alternativen vollständig mit bestehenden Recyclingprozessen kompatibel und orientieren sich an den Designrichtlinien von RecyClass und CEFLEX. Das Unternehmen positioniert das erweiterte Portfolio als Systemlösung, bestehend aus Farben, Lacken, Primern und Klebstoffen, die aufeinander abgestimmt sind und sowohl im Flexo- als auch im Tiefdruck eingesetzt werden können.
Zum Portfolio zählen unter anderem Druckfarben der Reihe SunSpectro SolvaCycle, kaschierstabile Farben der Produktlinien SunStrato DuraCycle, SunStrato Duratort und SunStrato Duralam sowie SunUno SoliCycle, eine multifunktionale Lösung für Oberflächendruck und Kaschieranwendungen. Ergänzt wird das Angebot durch ein modulares System auf Basis von Polyurethan-Konzentraten, das Verpackungsdruckern den schrittweisen Umstieg von NC-haltigen auf NC-freie Systeme ermöglichen soll.
Sun Chemical sieht in den NC-Alternativen mehrere Vorteile für Verarbeiter und Markeninhaber. Dazu zählen eine geringere Abhängigkeit von volatilen Lieferketten, potenzielle Kostenvorteile entlang der Wertschöpfungskette – etwa im Zusammenhang mit ökomodulierten Gebühren der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) – sowie die Unterstützung von Recycling- und End-of-Life-Anforderungen. Gleichzeitig sollen regulatorische Risiken reduziert und die Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger Rezyklate verbessert werden. Nach Unternehmensangaben bleibt dabei die Einhaltung von Anforderungen an Produktsicherheit und Farbwiedergabe unverändert.
Besonders adressiert werden Drucker von flexiblen Verpackungen aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) sowie von Mehrschichtlaminaten. Relevante Anwendungsbereiche sind unter anderem Verpackungen für gekühlte und tiefgekühlte Lebensmittel, Wasch- und Reinigungsmittel, Süßwaren, Backwaren sowie Produkte für Gartenbau und Landwirtschaft.
Mit Produktions- und Lieferkapazitäten in Europa, dem Nahen Osten, Afrika, Nord- und Südamerika sowie Asien will Sun Chemical eine gleichbleibende Versorgung und die Anpassung an regionale Marktanforderungen sicherstellen. Nach Angaben des Unternehmens wurden NC-Alternativen bereits in mehreren Regionen erfolgreich eingeführt.
Mehran Yazdani, President Packaging and Advanced Materials bei Sun Chemical, erklärte, dass erweiterte Portfolio sei Teil einer langfristigen Strategie, mit der Kunden bei der Erfüllung wachsender Nachhaltigkeits- und Regulierungsanforderungen unterstützt werden sollen, ohne Abstriche bei Qualität oder Sicherheit in Kauf nehmen zu müssen.