Drei Technologien, ein Ziel: Coveris beschleunigt die Kreislaufwirtschaft auf der PRSE 2026
von Ansgar Wessendorf,
Mechanisches, chemisches und lösungsmittelbasiertes Recycling ergänzen sich im Coveris-Ansatz, um je nach Anwendung die erforderliche PCR-Qualität für neue Verpackungslösungen zu erreichen
(Quelle: Coveris)
Der Verpackungshersteller Coveris stellt auf der Plastics Recycling Show Europe (PRSE) 2026 seinen Ansatz zur Förderung der Kunststoffkreislaufwirtschaft vor. Im Mittelpunkt steht die Kombination mechanischer, chemischer und lösungsmittelbasierter Recyclingtechnologien, die je nach Anwendung eingesetzt werden sollen, um die benötigte Qualität von Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) sicherzustellen.
Nach Unternehmensangaben erfordert das Schließen von Kunststoffkreisläufen eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Verpackungsentwicklung über das Recycling bis hin zur erneuten Verarbeitung der Materialien. Coveris arbeitet dafür mit verschiedenen Partnern zusammen und bündelt seine Aktivitäten im Bereich Recycling und Kreislauflösungen in der Geschäftseinheit ReCover. Diese konzentriert sich auf Beschaffung, Aufbereitung und Wiedereinsatz von Kunststoffabfällen aus Anwendungen in Industrie, Medizin, Haushalt und Körperpflege sowie im Lebensmittelbereich.
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„Kreislaufwirtschaft bedeutet nicht, sich auf eine einzige Technologie zu beschränken“, sagt Philipp Niehues, Business Development Director bei Coveris und Leiter von ReCover. „Entscheidend ist, für jede Anwendung die geeignete Recyclingmethode einzusetzen. Mechanisches, chemisches und lösungsmittelbasiertes Recycling ergänzen sich dabei.“
Mechanisches Recycling als zentraler Baustein der Strategie
Ein zentraler Bestandteil der Strategie bleibt das mechanische Recycling. In Kooperation mit dem Umweltdienstleister Interzero verarbeitet Coveris Post-Consumer-Rezyklate für verschiedene Anwendungen, unter anderem in Industriefolien sowie Verpackungen für Haushalts- und Körperpflegeprodukte. Um die Qualität der Rezyklate zu verbessern, investierte das Unternehmen zudem in Technologien zur Druckfarbenentfernung (De-Inking). Auf der PRSE 2026 präsentiert Coveris unter anderem Anwendungen auf PCR-Basis wie Flaschen-Sleeves, Tissue-Overwraps und Industriefolien.
Für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt
Parallel dazu treibt das Unternehmen lösungsmittelbasierte Recyclingverfahren voran. Gemeinsam mit dem Technologieunternehmen Nextek betreibt Coveris eine Pilotanlage im Vereinigten Königreich, in der die COtooCLEAN-Technologie getestet wird. Ziel ist es, komplexe Polyolefinstrukturen zu reinigen und künftig auch für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt nutzbar zu machen.
Chemisches Recycling als ergänzende Option
Für stark regulierte Bereiche wie das Gesundheitswesen sieht Coveris chemisches Recycling als ergänzende Option. Gemeinsam mit SABIC, dem Zuyderland Medical Centre, Artivion und weiteren Partnern stellte das Unternehmen auf der Fachmesse COMPAMED 2025 ein Pilotprojekt vor, bei dem Krankenhausabfälle mithilfe eines Massenbilanzansatzes in neue medizinische Verpackungen überführt wurden.
Mit seinem Messeauftritt auf der PRSE 2026 will Coveris nach eigenen Angaben zeigen, dass die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft vor allem durch die Kombination verschiedener Technologien sowie durch Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette vorangetrieben werden kann.
Die Plastics Recycling Show Europe findet am 5. und 6. Mai 2026 im RAI Amsterdam statt. Coveris ist dort am Stand G116 vertreten.
Über Coveris
Coveris ist ein europäischer Hersteller von flexiblen und papierbasierten Verpackungslösungen mit Fokus auf leistungsorientierte Anwendungen. Das Unternehmen beliefert internationale Marken aus verschiedenen Branchen, darunter Lebensmittel, Tiernahrung, medizinische Produkte sowie Industrie- und Agrargüter.
Mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie „No Waste“ verfolgt Coveris das Ziel, Verpackungen ressourcenschonender zu gestalten und den Einsatz von Recyclingmaterialien zu erhöhen. Zur Bündelung seiner Recyclingaktivitäten gründete das Unternehmen die Geschäftseinheit ReCover, die sich auf Beschaffung, Aufbereitung und Wiederverwertung von Kunststoffabfällen konzentriert.
Der Hauptsitz von Coveris befindet sich in Wien. Das Unternehmen betreibt 17 Standorte in der EMEA-Region und beschäftigt rund 2.500 Mitarbeitende.