Dritte Generation übernimmt Verantwortung im Familienunternehmen

Lisa Marie Höcker rückt in die Geschäftsführung der Höcker Polytechnik GmbH auf

Lisa Marie Höcker rückt in die Geschäftsführung der Höcker Polytechnik GmbH auf
Lisa Marie Höcker, seit Anfang 2026 Geschäftsführerin der Höcker Polytechnik GmbH (Quelle: Höcker Polytechnik)

Mit einem klaren Generationswechsel startet der niedersächsische Anlagenbauer Höcker Polytechnik GmbH ins Jahr 2026: Seit Januar verstärkt Lisa Marie Höcker die Geschäftsführung des inhabergeführten Unternehmens und führt damit die dritte Generation in leitender Funktion fort.

Über mehr als drei Jahrzehnte hatten Frank Höcker, Sohn des Firmengründers Günther Höcker, und Christian Vennemann die Geschicke des Unternehmens geprägt. Seit 1993 entwickelten sie den 1962 gegründeten Betrieb kontinuierlich weiter, bauten internationale Vertriebs- und Servicenetzwerke aus und investierten gezielt in Produktionskapazitäten sowie deren Verlagerung. Aus einer Werkstatt mit drei Mitarbeitenden entstand so ein international aufgestelltes Unternehmen mit heute über 400 Beschäftigten in der Gruppe.

Anzeige

Geplanter Generationswechsel statt Bruch

Während Nachfolgeregelungen in Familienunternehmen häufig mit Unsicherheiten verbunden sind, setzte Höcker Polytechnik bewusst auf einen strukturierten Übergang. Frühzeitig wurde die Nachfolge vorbereitet, um Lisa Marie Höcker einen umfassenden und fundierten Einstieg zu ermöglichen.

Nach ihrem Bachelorstudium in International Business and Management an der Hochschule Osnabrück durchlief sie ab 2018 sämtliche Unternehmensbereiche. Parallel absolvierte sie berufsbegleitend den Masterstudiengang Sales Management, den sie 2023 abschloss. Die Verbindung aus praktischer Erfahrung und akademischer Ausbildung bildete die Grundlage für ihre spätere Führungsrolle.

Im Anschluss übernahm sie die Marketingleitung, entwickelte neue strategische Ansätze und setzte Impulse insbesondere in den Bereichen Unternehmenskultur, Kommunikation und Mitarbeiterentwicklung. Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und nachhaltige Unternehmensführung treibt sie seither gezielt voran.

Führung im Trio – mit klarem Wertefokus

Mit ihrem Eintritt in die Geschäftsführung wird aus dem bisherigen Duo ein Trio. Lisa Marie Höcker verantwortet zunächst die Bereiche Marketing und Personal. Inhaltlich setzt sie auf eine moderne Führungskultur, die auf Offenheit, Zusammenarbeit und Wertschätzung basiert.

„Die Verantwortung für Höcker Polytechnik zu übernehmen, bedeutet für mich nicht nur, ein Erbe weiterzuführen, sondern aktiv zu gestalten“, erklärt sie. Ihr Ziel sei es, die traditionellen Stärken des Familienunternehmens zu bewahren und zugleich neue Märkte zu erschließen sowie innovative Lösungen mit klarem Kundennutzen voranzutreiben. Automatisierte und effiziente Prozesse sollen dabei helfen, Ressourcen zu schonen und Wettbewerbsvorteile zu sichern.

International wachsender Mittelständler

Die Höcker Polytechnik GmbH mit Hauptsitz in Hilter am Teutoburger Wald zählt zu den führenden europäischen Herstellern von Absaug- und Filteranlagen, unter anderem auch für die Verpackungsdruckindustrie. Am Standort nahe Osnabrück entwickeln und produzieren mehr als 300 Mitarbeitende – darunter rund 30 Auszubildende – Systeme zur Luftreinhaltung und Entsorgung von Prozessabfällen. Die Betriebsleistung lag 2025 bei knapp 50 Millionen Euro.

International ist das Unternehmen ebenfalls gewachsen: Im polnischen Strzegom produziert die Tochtergesellschaft DPU seit 1991 Komponenten wie Ventilatoren und Entstauber und beschäftigt heute rund 120 Mitarbeitende. 2024 wurde dort eine neue Fertigungshalle mit modernem Maschinenpark in Betrieb genommen.

Ein weiterer Meilenstein folgt 2026 mit der Eröffnung eines Produktionsstandorts in Thomasville, North Carolina. Mit dieser Expansion stärkt das Unternehmen seine Präsenz in Nordamerika und optimiert Service, Logistik und Ersatzteilversorgung für den dortigen Markt.

Technologische Kompetenz als Wachstumstreiber

Das Portfolio von Höcker Polytechnik umfasst unter anderem Filteranlagen, Entstauber, Brikettierpressen, industrielle Zerkleinerungssysteme sowie Förder- und Steuerungstechnik. Entscheidend für den Mehrwert der Systeme ist das Zusammenspiel intelligenter Steuerungslösungen.

Durch den Einsatz moderner SPS-Programmierung, sensorbasierter Überwachung und zunehmend auch Künstlicher Intelligenz werden Prozesse effizienter gestaltet, Ressourcen geschont und Personaleinsatz reduziert. In Kombination mit IIoT- und Cloud-Technologien entstehen vernetzte Systeme, die Kunden zusätzliche Wettbewerbsvorteile bieten.

Die Lösungen kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz – von der Holz- und Möbelindustrie über Druckereien und Metallverarbeitung bis hin zur Recycling- und Umwelttechnik.

Stabile Basis für die Zukunft

Mit mehr als 60.000 realisierten Anlagen weltweit und einem internationalen Netzwerk aus über 30 Partnern ist das Unternehmen global gut positioniert. Die Verbindung aus langjähriger Erfahrung und kontinuierlicher Innovationskraft bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung.

Der Generationswechsel markiert damit keinen Bruch, sondern eine konsequente Fortsetzung der Unternehmensgeschichte – mit neuen Impulsen für eine zunehmend dynamische Industrie.