Bischof + Klein – „Vor allem die flexiblen Kunststoffverpackungen haben ein besseres Image verdient.“

In einem Pressegespräch plädierten Dr. Volker Pfennig und Gerd Sundermann vom Vorstand des Folien- und Verpackungsherstellers Bischof + Klein (B+K) mit Stammsitz in Lengerich für einen objektiven Blick auf moderne Verpackungslösungen aus Kunststoff. B+K ist eines von etwa 7000 kunststoffverarbeitenden Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von EUR 554 Mio. (2015). An sechs Produktionsstandorten in Europa und Saudi-Arabien beschäftigt die B+K-Gruppe 2600 Mitarbeiter. Rund 135.000 Tonnen Kunststoff werden jährlich verarbeitet.

Kunststoffverpackungen bewahren Aroma, schützen vor gefährlichen Stoffen, erleichtern Transport und Lagerung und helfen beim Portionieren. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Gleichzeitig leisten flexible Kunststoffverpackungen mit ihrem geringen Gewicht (weniger CO2-Ausstoß beim Transport) und reduzierten Materialverbrauch einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Gemessen an der Füllmenge haben sie in Deutschland einen Anteil von 63% an Verpackungen insgesamt, machen jedoch nur 24% des Gesamt-Verpackungsgewichtes aus (Ressourceneffizienz 2014, Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung GVM). Nach Gebrauch werden Haushaltsverpackungen aus Kunststoff in Deutschland zu 99,9% verwertet, davon 56% stofflich (Recycling 2013, GVM).

Anzeige

Zu Unrecht hat die Kunststoffverpackung einen schlechten Ruf. So wird beispielsweise die Kunststofftragetasche aus vielen Supermärkten verbannt, obwohl eine Papiertüte sieben Mal genutzt werden müsste, um eine vergleichbare ökologische Belastung (CO2-Ausstoß, Wasserverbrauch etc.) zu verursachen wie eine Kunststofftragetasche aus 80 % Recyclingmaterial. Eine Baumwolltasche müsste sogar 82 Mal eingesetzt werden, bis sie mit einer solchen Kunststofftragetasche zu vergleichen wäre. (Ökobilanz von Tragetaschen, Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa, St. Gallen 2014). Bischof + Klein produziert zwar keine Kunststofftragetaschen, „aber wir wollen grundsätzlich eine sachliche und faire Diskussion mit allen Seiten auf Grundlage von Fakten. Vor allem die flexiblen Kunststoffverpackungen haben ein besseres Image verdient“, so Dr. Volker Pfennig.

In den vergangenen 25 Jahren sind Kunststoffverpackungen durchschnittlich um 25% leichter geworden (Ressourceneffizienz 2014, GVM). Bei manchen Industriesäcken gelang es Bischof + Klein sogar, die Wandstärke zu halbieren und den Materialeinsatz entsprechend zu senken. Eine Sammelpackung für Windeln hatte früher eine Wandstärke von 90 µm, heute sind es 70 µm. Ein Mikrometer (µm) entspricht einem Tausendstel Millimeter – ein menschliches Kopfhaar hat eine Stärke von 40 bis 100 µm.

Enorme Einsparungen sind möglich, wenn Papier durch Kunststoff ersetzt wird: Stiftstapelbeutel für Hygienepapier fassen 15 % mehr Füllgewicht als Kartonverpackungen und wiegen pro Stück 61 statt 600 Gramm. Sie bestehen zu 100 % aus Polyethylen und lassen sich vollständig recyceln. Wenn man schwere mehrlagige Papiersäcke durch einlagige Kunststoffsäcke mit Ventilfunktion ersetzt, kann sich der Transportaufwand um bis zu 65% reduzieren. Gleichzeitig verlängert sich die Haltbarkeit des Füllgutes.

Im Reinraum, z. B. bei der Herstellung von Pharmaprodukten, bieten Einmal-Verpackungslösungen aus Kunststoff deutlich höheren Schutz vor Verunreinigungen und mehr Sicherheit für Patienten. Gleichzeitig wird der Verbrauch von Aluminium und der Einsatz von Reinigungschemikalien verringert bzw. überflüssig.

Energie- und Ressourcenschonung spielen auch in der Produktion von Bischof + Klein eine wichtige Rolle. Laut eigenen Angaben gehörte das Unternehmen 1987 zu den Pionieren des betrieblichen Umweltschutzes und errichtete ein Abfallsammelsystem mit Vor- und Feinsortierung sowie interner und externer Verwertung. Die Verwertungsquote liegt heute bei etwa 95%.

Vorstand Dr. Volker Pfennig forderte einen unverstellten Blick auf Kunststoff als Werkstoff der Zukunft: „Wir wollen aufklären und die Chancen der flexiblen Kunststoffverpackung nutzen. Wir setzen uns für eine Erhöhung der Recyclingquote ein. Die Lagerung von Kunststoffabfällen auf Deponien lehnen wir ab. Kunststoff ist Wertstoff! Und so müssen wir mit ihm umgehen.”